A wie Ablehnung

„Da steh ich nun, ich armer Tor …“ ach ne, stop. Mit Armut hat das schon mal gar nichts zu tun, sich selbst als Tor zu bezeichnen ist vielleicht maximal noch das Tor(!) zu mehr Selbsterkenntnis … aber wir wollten ja raus aus dem Opfermodus, richtig? Ich frag mich nur echt manchmal, woher diese und ähnliche Satzfetzen in meinem Kopf immer herkommen … egal. Kommt vielleicht von sowas wie sich morgens um halb sechs schon philosophische Gedanken zu machen. Also los, Goethe, Du kannst jetzt wieder aus meinem zentralen Zitationszentrum verschwinden, Danke.

Eigentlich war ich doch gerade dabei, mir Gedanken über ABLEHNUNG zu machen. Denn mal ganz ehrlich: Wie oft habe ich in meinem Leben tatsächlich schon Ablehnung erfahren? Ich meine jetzt nicht die ANGST vor Ablehnung. Und dass Leute mich nicht als ihre Arbeitskraft haben wollten, zählt bekanntlich auch nicht. Die haben selbst im vorsätzlich gemeinsten Fall nicht mal mich als Mensch gesehen und halt nur meine Arbeit nicht haben wollen. So what!?

btw, wenn die gewusst hätten, wie einfach sie mich damals hätten ausbeuten können … wobei so einfach war das wahrscheinlich nicht mal – immerhin musste (und ein Hoch an das Präteritum an dieser Stelle, bitte einmal Applaus!) man mir auch ab und zu sagen, wie toll und unersetzlich ich bin, um mich – in meiner eigenen Gedankenlogik wohl gemerkt! – ausbeuten zu dürfen!
Nur damit ich diese Anerkennung dann hinterrücks & eigenmächtig statt ermächtigt, egal wie sie ”gemeint“ war, auf mein persönliches Vorwurfs-Butterbrot schmieren konnte.

Aber zurück zur Ablehnung. Oder sag Du mal:

Wofür bist Du in Deinem Leben schonmal abgelehnt worden?
So richtig, für Dein SEIN – nicht für irgendetwas, das Du getan oder nicht-getan hast?

Mir fällt dazu tatsächlich nur die olle Mobbingopfer-Geschichte aus der 5. Klasse ein: Als die Anführerin unserer ”Bande“ (Hallo Kindheit in den 90ern! Hat jugendlicher heutzutage sowas überhaupt noch? Sollte ich sagen: „Als die Coolste von meinen Homies …“ ich versuch’s besser gar nicht erst weiter;)
… jedenfalls erklärte mir C., dass ich jetzt nicht mehr bei ihnen mitmachen dürfte, und dass ab sofort auch keiner mehr mit mir sprechen oder sich im Schulbus neben mich setzen würde; sie hätte den anderen auch bereits Bescheid gegeben und das wäre jetzt auch nicht mehr zu ändern, da sie nämlich beschlossen hätte, mich blöd zu finden. Zitatende. Mein Hirn kann also nicht nur Goethe-Sprüche und ganze Dialoge von Kinderkassetten rezitieren … *rolleyes*

Und da sitze ich nun wirklich, 25 Jahre später, diverse glaubenssatzproduktionstechnisch relevante Satzfetzen im Kopf und alles, an den Ermächtigungsfragen meiner Contextuellen Coachingausbildung und frage mich, ob ich’s nochmal so machen würde. Ob ich nochmal die Erfahrung von Ablehnung machen wollen würde – denn immerhin wusste ich danach, dass ich überlebe. Was natürlich nicht die Schmerzen einer Kinderseele nachträglich verringert, für die obige Geschichte ja auch nur der Anfang dysfunktionaler Beweisführung war. Wobei mich das kurze Rekonstruieren der obigen Situation mit all ihren Gefühlen gerade in diesem Moment faszinierenderweise daran erinnert, wie schnell der Opfermodus auch im Nachhinein immer wieder anspringt; plus wie sehr ich da längst nicht mehr stehen möchte. Also, ich teile mal die besagte Ermächtigungsfrage mit Dir:

Für welches Ergebnis in Deinem Leben bist Du bereit, auch abgelehnt zu werden?

[Werbeblock] Wenn Du mit einer meiner Fragen was anfangen kannst (oder eigene hast!) und Du Bock hast, die mal mit einer angehenden Contextuellen Coachin zu untersuchen, melde Dich jederzeit gerne bei mir! mail@alpakacoach.de

Ich habe kommende Woche noch einen, die Woche darauf zwei Timeslots für Gespräche offen. Solange ich noch in Ausbildung bin, sehe ich das noch als Dein Investment ist Deine Zeit für meine Zeit (45-60 Minuten via zoom, Telefon oder gerne auch “live” in Hamburg). Ach so, und wenn Du noch KEINE Frage hast (aber irgendwas rumort da doch), melde Dich erst recht! Wir finden eine. 😉 [Werbeblock Ende]

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