Die Artischocken-Methode

Irgendwie hatte ich gerade das dringende Bedürfnis, über Artischocken zu philosophieren. Weil sowas kommt von sowas. Vielleicht ist es auch nur die natürliche Nebenwirkung meines aktuell laufenden, selbst ausgedachten Intensiv-Intuitions-Trainings zum Thema „Geh, wohin Dein Bauchgefühl Dich lenkt!“ oder „Was wenn alles schon so sein soll, wie es war und wird?“?
Wer weiß sowas schließlich schon so genau?

Jedenfalls wusste ich mir nicht anders zu helfen als den Zeichen der Distel zu folgen, als mir im selben Augenblick, in dem mich die Absage meiner Therapeutin, von der ich bereits gestern geträumt hatte (von der Absage, nicht von der Therapeutin!), per SMS erreicht, die aktuellste Folge meines Lieblingspodcasts abstürzt, was mich zur Nutzung eines Alternativstreamingdienstes umleitet, der es sich irgendwie zur Aufgabe gemacht hat, mir random Hörvorschläge zu machen und die dann auch noch unverlangt automatisch abzuspielen … was im Endeffekt natürlich gut war, sonst hätte ich nie die Auflösung des rätselhaften Artischockenbildes verstanden.

… oder wie hättest Du das gedeutet, falls Du nach meinem dritten Schachtelsatz nicht bereits ausgestiegen bist?

Jedenfalls hat mich Annas Vergleich des Konzepts von persönlicher Weiterentwicklung mit den Blättern einer Artischocke – wobei Du Schicht für Schicht das mal härtere und mal weichere Grünzeug abknabberst, um zum eigentlichen Kern oder Herzen zu kommen – nachhaltig metaphorisch überzeugt. Und da Zwiebelschalenprinzip ja jeder kann, war ich in meinem impulsiv hyperfokus-getriebenen Leichtsinn schon kurz davor, ein Coaching-Programm mit dem Titel „Artischocken-Methode“ zu entwickeln. Suchmaschinen-Aufmerksamkeit hätte das sogar sicherlich auch gegeben, denn wie ich auf den ersten Google schon feststellen durfte, ist das Gemüse neben mit-viel-Sauce-eigentlich-ganz-lecker vor allem gut zur Entschlackung und Stoffwechselanregung und damit für die ganze Abnehmmittelchen-Branche relevant. Allerdings landet man auf den zweiten Google direkt in der nächst-devil Branche und bei irgendwas mit geheimen Forschungsprojekten, Menschenversuchen und Gedankenkontrolle bis Verschwörungstheorien. Da ist dann sogar mein sonst so für Rabbit Holes begeisterungsfähiges Hirn ausgestiegen. Soll schon alles so sein. Oder halt nicht.

Deshalb heute habe ich heute leider keine Artischocken-Methode für Dich.
Aber nochmals eine unauffällige Podcast-Empfehlung. Und dann aber ab ins Wochenende!

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